Segelflug und Motorflug

Fliegen lernen

Du brauchst keine Vorkenntnisse und kein eigenes Flugzeug — nur Wochenenden, etwas Geduld und Lust, mit anzupacken. Die erste Entscheidung ist nur: Segelflug oder Motorflug?

Zwei Wege

Erst mal: Was für ein Hobby suchst du?

Segelflug und Motorflug sind beides Fliegen — aber es sind zwei verschiedene Hobbys, mit unterschiedlichem Rhythmus, unterschiedlichen Kosten und unterschiedlichem Reiz. Beides gibt es bei uns, und du kannst später jederzeit wechseln oder beides machen.

Mehr Sport als Reisen

Segelflug

Mit der Winde in gut 350 Meter Höhe, ausklinken — und ab da zählt nur noch, was du aus Wetter und Luft machst. Segelflug ist Mannschaftssport: Ein Flugtag funktioniert nur, wenn alle am Start mit anpacken. Dafür fliegst du ohne einen Tropfen Sprit stundenlang.

Was daran reizt
Thermik lesen, oben bleiben, irgendwann Strecken über 300 Kilometer fliegen — mit nichts als Luft unter den Flächen.
Ein typischer Tag
Ab 10:00 Uhr aufrüsten, den Tag über am Start, Windenfahren und Rückholen für die anderen, abends gemeinsam einräumen.
Was es kostet
Pauschal und planbar: 62 Euro im Monat für Erwachsene, 52 Euro für Jugendliche — sämtliche Starts inklusive. Kein Zählen, keine Startgebühren.
Am Ende steht
SPL — der europäische Segelflugschein, unbefristet gültig.
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Mehr Reisen als Sport

Motorflug

Motor an, starten, wegfliegen. Du bist unabhängig von Thermik und Tageszeit, planst eine Strecke und fliegst sie — zum Kaffee an die Nordsee oder in einer Stunde ins Sauerland. Den kompletten Weg bis zur Privatpilotenlizenz gibt es bei uns seit vielen Jahren — geschult wird auf dem Motorsegler und unserer DR 400.

Was daran reizt
Selbst entscheiden, wohin und wann. Navigation, Funk, Technik — und Landschaften, die von oben ganz anders aussehen.
Ein typischer Tag
Wetter checken, Flug planen, tanken, zwei Stunden fliegen. Nicht nur am Wochenende — geflogen wird, wann Fluglehrer und Schüler Zeit haben, auch unter der Woche.
Was es kostet
Vereinsbeitrag plus Flugminuten. Deutlich weniger als in einer gewerblichen Flugschule — weil bei uns nicht nur die Fluglehrer ehrenamtlich arbeiten, sondern auch die Wartung der Flugzeuge Ehrenamt ist.
Am Ende steht
LAPL(A) oder PPL(A) — beides bilden wir bei uns im Verein bis zur Prüfung aus.
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Entscheidungshilfe

Unentschlossen? Drei Fragen, eine Empfehlung.

Der Lizenzberater fragt nach Alter, Fliegertyp und Zielen — und sagt dir ehrlich, welcher Schein zu dir passt und womit du am besten anfängst.

Zum Lizenzberater
So läuft es ab

Der Weg zum Segelflug

  1. 01

    Vorbeikommen

    Am Wochenende zwischen April und Oktober ab 10:00 Uhr vor dem Vereinsheim. Sag kurz Bescheid, dass du zum ersten Mal da bist — dann nimmt dich jemand mit an den Start.

  2. 02

    Mitfliegen im Doppelsitzer

    Die ersten Starts machst du mit einem Fluglehrer auf der ASK 21. Du sitzt vorne, hast Knüppel und Pedale in der Hand und fliegst von Anfang an mit.

  3. 03

    Alleinflug

    Wenn Starts, Platzrunde und Landung sitzen, steigt der Fluglehrer aus. Wie lange das dauert, hängt vor allem davon ab, wie regelmäßig du kommst — nicht vom Talent.

  4. 04

    Theorie und Prüfung

    Die Theorie machen wir im Winter im Vereinsheim: Luftrecht, Meteorologie, Technik, Navigation, Verhalten in besonderen Fällen. Danach folgen Prüfung und Lizenz.

Segelflug ist die Grundlage: Wer ihn kann, erweitert später mit wenigen Wochenenden auf den Reisemotorsegler.

Was am Ende in deiner Tasche steckt

Ein Schein, zwei Startarten und ein paar Berechtigungen, die du dir nach und nach dazuholst.

SPL Bei uns im Verein

Segelfluglizenz

Der europäische Segelflugschein. Er gilt unbefristet — du hältst ihn durch regelmäßiges Fliegen und einen jährlichen Übungsflug mit Fluglehrer aktuell.

Beginn
in der Regel ab 13
Alleinflug
ab 14 Jahren
Lizenz
ab 16 Jahren
Praxis
mind. 15 Stunden, 45 Starts
Kosten
pauschal 62 Euro im Monat, Starts inklusive

Startarten Bei uns im Verein

Winde und Flugzeugschlepp

Beide Startarten stehen später in deinem Schein. Wir schulen im Windenstart und ergänzen den Flugzeugschlepp, sobald du sicher unterwegs bist.

Windenstart
von Anfang an
Flugzeugschlepp
nach dem Alleinflug
Kunstflug
auf der ASK 21 möglich
Passagiere
nach etwas Erfahrung

TMG Bei uns im Verein

Erweiterung auf Motorsegler

Wer den Segelflugschein hat, erweitert ihn auf den Reisemotorsegler. Das ist der günstigste Weg in den motorisierten Flug — viele bei uns gehen ihn.

Voraussetzung
SPL
Umschulung
wenige Wochenenden
Flugzeug
SF 25c Falke
Danach
Reiseflüge zu zweit
So läuft es ab

Der Weg zum Motorflug

  1. 01

    Einmal mitfliegen

    Komm an einem Flugtag vorbei und flieg eine Runde im Motorsegler mit. Danach weißt du, ob dir das Reisen in kleinen Flugzeugen liegt — und wir kennen uns schon mal.

  2. 02

    Anmelden und Medical

    Du wirst Mitglied und meldest dich bei der Ausbildungsleitung Motorflug. Parallel machst du das flugmedizinische Tauglichkeitszeugnis; wir sagen dir, zu welchem Fliegerarzt du gehen kannst.

  3. 03

    Praxis — erst Motorsegler, dann DR 400

    Platzrunden, Landungen, Verhalten in besonderen Fällen, danach Navigationsflüge und der erste Alleinflug. Gerade am Anfang fliegst du viel auf unseren Motorseglern — das hält die Kosten klein; die teurere DR 400 kommt später dazu. Termine macht ihr direkt untereinander aus, am Wochenende wie unter der Woche.

  4. 04

    Theorie, Funk, Prüfung

    Theorie im Winter im Vereinsheim, dazu das Funksprechzeugnis BZF II. Am Ende stehen die theoretische Prüfung und der Praxischeck mit einem Prüfer — alles hier bei uns.

Anders als im Segelflug hängt hier nichts am Wochenende: Du machst deine Termine direkt mit deinem Fluglehrer aus, auch abends unter der Woche.

Was am Ende in deiner Tasche steckt

Wir sind stolz darauf, als Verein nicht nur den LAPL(A) auszubilden, sondern seit vielen Jahren auch die große Privatpilotenlizenz PPL(A) — das können die wenigsten. Ehrlich gesagt: Für die meisten reicht der LAPL völlig. Aber wer mehr will, muss bei uns für nichts woanders hin.

LAPL(A) Bei uns im Verein

Light Aircraft Pilot Licence

Der Einstieg in den Motorflug: einmotorige Flugzeuge bis zwei Tonnen mit bis zu drei Passagieren, gültig in ganz Europa. Geschult wird auf Motorsegler und DR 400 — komplett bei uns, bis zur Prüfung.

Beginn
ab 16 Jahren
Lizenz
ab 17 Jahren
Praxis
mind. 30 Stunden
Gilt für
Flugzeuge bis 2 t
Raum
Europa

PPL(A) Bei uns im Verein

Privatpilotenlizenz

Die klassische Privatpilotenlizenz: weltweit gültig und Grundlage für alles Weitere — Nachtflug, Instrumentenflug, größere Muster, Schleppberechtigung. Auch die fliegst du komplett bei uns — anfangs viel auf dem Motorsegler, später auf der DR 400.

Lizenz
ab 17 Jahren
Praxis
mind. 45 Stunden
Raum
weltweit
Anrechnung
LAPL(A) wird angerechnet
Danach
Nachtflug, IFR, Schlepp

TMG Bei uns im Verein

Reisemotorsegler

Der sparsame Weg: die SF 25c Falke, nebeneinander sitzend, mit abstellbarem Motor. Beliebt als Einstieg und als Erweiterung für alle, die aus dem Segelflug kommen.

Beginn
ab 16 Jahren
Lizenz
ab 17 Jahren
Flugzeug
SF 25c Falke
Medical
flugmedizinische Tauglichkeit
Funk
BZF II
Der einfachste Einstieg

Osterlehrgang

In der zweiten Woche der Osterferien fliegen wir neun Tage lang täglich, so viel das Wetter zulässt. Du wirst durchgehend betreut, fliegst mit unseren Segelfluglehrern und bist über den Deutschen Aero-Club versichert.

Genauso intensiv: unser Fliegerlager im Sommer — zwei Wochen Ausbildung am Stück, auch das geht als Schnuppermonat.

150 Euro
komplett, als Schnuppermonat
täglich
Flugbetrieb
9
Tage
ab 13
Jahre
Häufige Fragen

Was Anfänger meistens wissen wollen

Ab welchem Alter darf ich anfangen?

Im Segelflug kannst du in der Regel ab 13 Jahren mit der Ausbildung beginnen. Mit 14 fliegst du das erste Mal allein, mit 16 hältst du die Lizenz in der Hand. Im Motorflug geht der erste Alleinflug ab 16, die Lizenz gibt es ab 17 — beim LAPL(A) wie beim PPL(A). Nach oben gibt es keine Grenze: Bei uns fangen regelmäßig auch Erwachsene neu an.

Brauche ich ein ärztliches Tauglichkeitszeugnis?

Ja, für den Alleinflug brauchst du ein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis. Für die ersten Flüge mit Fluglehrer reicht es, gesund zu sein. Wir sagen dir, an wen du dich wenden kannst.

Wie viel Zeit muss ich mitbringen?

Segelflug ist ein Tagessport. Wer fliegen will, ist meist von morgens bis abends am Platz — auch weil man beim Startbetrieb der anderen mithilft. Zwei bis drei Wochenenden im Monat sind eine realistische Größe.

Was kostet die Ausbildung?

Im Segelflug ist es bewusst einfach: pauschal 62 Euro im Monat für Erwachsene, 52 Euro für Jugendliche — Grundgebühr und Segelflugpauschale, sämtliche Starts inklusive; dazu kommen nur die durchgereichten Verbandsbeiträge des Luftsportverbandes. Kein Startezählen, keine Überraschungen, und im Vergleich nicht teurer als andere Vereine. Möglich ist das, weil bei uns alles ehrenamtlich läuft: die Fluglehrer genauso wie die Wartung der Flugzeuge in der Winterwerkstatt.

Muss ich Mitglied werden, um es auszuprobieren?

Nein. Im Segelflug kannst du als Schnuppermitglied dabei sein — einen Tag für 50 Euro oder gleich vier Wochen für 150 Euro, Osterlehrgang oder Fliegerlager eingeschlossen. In beiden Fällen hast du alle Rechte eines regulären Flugschülers und bist über den Deutschen Aero-Club versichert. Und für den Motorflug gibt es den Schnupperschulungsflug: eine Stunde auf dem Motorsegler mit Fluglehrer.

Kann ich ein Schülerpraktikum bei euch machen?

Ein klassisches Praktikum können wir leider nicht anbieten — bei uns läuft alles ehrenamtlich, und geflogen wird am Wochenende. Der beste Einstieg ist ein Schnuppertag: einen Tag lang mitten im Flugbetrieb, ab 13 Jahren.

Kann ich auch Motorflug lernen?

Ja, komplett bei uns: LAPL(A) und PPL(A) auf der DR 400, dazu den Reisemotorsegler auf der Falke. Viele fangen mit Segelflug an und schulen später um; das ist der günstigste Weg in den motorisierten Flug.

Stunden- und Prüfungsanforderungen ändern sich mit der EASA-Regelung. Den aktuellen Stand nennt dir die Ausbildungsleitung — frag einfach nach. Ultraleichtflugzeuge laufen über den Luftsportgeräteführerschein und nicht über die EASA-Lizenzen; auch dazu beraten wir dich.